Posted by kobold_spellweaver / No comments

2020-01-16

Im Land der Hopfen und des Weines – Nelson

Posted in Neuseeland, Travel

Nach unserer nicht so schönen Fahrt von Queenstown nach Nelson ist es hier in Nelson nun aber wieder sehr angenehm. Das Haus ist zwar schon ein wenig verwohnt, aber sauber und bewohnbar und wir haben genug Platz für alle, der Strand ist in Laufnähe und der Hundestrand enorm groß und gut besucht.

In Queenstown gab es einen langen Zaun komplett vollgehangen mit BHs, hunderte davon.. haben wir leider nicht fotografiert.sah aber lustig aus.
dieses Bild vom „Bra fence“ in Cardrona ist von stuff.co.nz geklaut, damit ihr ihn trotzdem mal sehen könnt.
auch von stuff.co.nz! 1999 tauchten über Nacht die ersten vier BHs auf diesem Zaun auf.. seitdem kamen immer wieder welche dazu.

Die Region um Nelson ist klimatisch eher trocken, daher ist hier der Hopfen- und Weinbau sehr dominant. Einige der besten Hopfen weltweit kommen hier aus der Region, namentlich Nelson Sauvin und Motueka, aber auch Waimea oder Wai-iti. Deutsche haben sich damals hier in Nelson niedergelassen und den Hopfenanbau begonnen. Wir haben einige der neuseeländischen Hopfen schon in in unserem eigenen Bier eingesetzt und finden sie, bis auf den Nelson Sauvin, auch sehr gut geeignet. Es gibt hier dementsprechend auch viele kleine Brauereien, viele davon haben mit eigenem Taproom, aber da wir nur 5 Nächte hier sind, ist die Zahl der Biere, die wir hier probieren können eher begrenzt. Eigentlich wollten wir auch noch eine Weinprobe machen, aber das müssen wir wohl mal auf später verschieben, die Zeit reicht einfach nicht und beeilen will man sich dabei ja auch nicht. Es gibt immer überall viel mehr zu tun als man Zeit zur Verfügung hat. Wir sind aber total froh, dass das Wetter fast überall richtig gut mitspielt.

An einem Tag haben wir uns Fahrräder ausgeliehen und sind 35 km Fahrrad gefahren, zwischen Motueka und Kaiteriteri. Der Fahrradweg ging einen ganzen Teil am Meer entlang, was zwar optisch wirklich super war, aber vom Wind her grenzwertig. Tom und Kai hatten normale Mountainbikes, ich hatte ein E-Bike. Mit E-Bike alles kein Problem, aber mit dem Wind auf der Strecke und den Steigungen Richtung Kaiterteri sowie dem Mountainbike-Trail, den wir dann kurz vor Schluss noch gefahren sind, war das für Kai und Tom ganz schön anstrengend. Ich habe mit Kai irgendwann mal getauscht, damit er auch in den Genuss kam, leichter zu fahren und ich dachte, mich trifft der Schlag, als ich auf dem antriebslosen Mountainbike losfahren wollte. Ungewohnt: in ganz Neuseeland gibt es die Helmpflicht für Fahrradfahrer – ohne Deckel geht hier nichts!

Schiffwrack in der Ferne
Malerische Flüsse
Die nächste Kiwi-Ernte
Holzwege
Kaiteriteri 🙂
Ohne Worte…

Eigentlich wollte ich sofort absteigen und nachsehen, ob die Bremse angezogen ist und/oder ein Elefant sich am Gepäckträger festhält, denn ich schien so überhaupt nicht vorwärts zu kommen. Nach einiger Zeit hatte ich mich dann dran gewöhnt und konnte wieder „normal“ fahren, aber vom E-Bike auf normal umzusteigen ist schon ein wenig wie auf Entzug sein. Nicht schön! Wir haben dann in Kaiteriteri Pause gemacht, eine Kleinigkeit gegessen und getrunken und dem Touristenrummel im Ort zugeschaut. Das Wasser ist türkisgrün, der Strand leuchtend gelb, der Ort ist von Touristen überrannt, aber die Atmosphäre ist entspannt und gut gelaunt, wie es im Sommer halt sein soll!

Nächste Brauerei..
So eine Fahrradtour kann ganz schön hart sein.. immer dieses Bier..
Krasses Eis

Als ich heute morgen beim Spaziergang mit Tarja einem der Camper zugeschaut habe, der mit nassen Haaren auf dem Parkplatz des Hundestrandes zähneputzend um sein bis zum Dach vollgepacktes Auto lief, habe ich gedacht, dass das mit dem im Auto leben oder einfach nur viel mit dem Auto rumreisen und dann irgendwo anders übernachten alles ein ziemliches Chaos ist. Unser Auto sieht jedenfalls total chaotisch aus, obwohl wir nicht darin schlafen. Jede Menge Sand, Hundehaare, Handtücher, Wasserflaschen, Sonnenmilch, Hundekacktüten (vor dem Gebrauch), Einkaufstaschen für den nächsten Einkauf, hin und wieder Müll von der letzten Fahrt, Kabel für alle Handys… ich mag mir nicht vorstellen, wie das wäre, wenn wir vier auch noch in einem Wohnmobil oder auch nur einem Campervan zusammen klarkommen müssten. Und dann kommt vor jeder Tour noch das ganze Gepäck rein und dann sind wir auch bis unters Dach voll. Ich bin jedenfalls froh, wenn das irgenwann ein Ende hat. Es gibt aber bestimmt ne Menge Menschen, die das besser im Griff haben oder denen es einfach nicht viel ausmacht, so zu leben. Die Anzahl der Campingplätze, die aus den Nähten brechen, spricht jedenfalls dafür.

Wir haben uns gegen besseres Wissen in Abel Tasman noch einmal zu einer Kajaktour entschieden, obwohl unsere Fahrt auf dem Milford Sound recht anstrengend war. Wir haben diesmal ohne Guide gebucht, damit wir uns alles einteilen können, wie wir wollen, was auch nicht so einfach war, weil man natürlich nicht jeden mit Kajaks aufs Meer rauslassen will.

Wir haben auch nicht den ganzen Tag gebucht, sonst wäre Mia erst garnicht mitgegangen. Wenn man beim Verleiher ankommt, macht man erstmal eine fast einstündige Einweisung und kriegt alle Überlebensszenarien erklärt, wird eingekleidet und zur Marina gebracht. Dort sind wir dann eifrig ins türkise Blau gestartet, hatten auch schon vor Augen, bis wo wir es mindestens schaffen wollten…und paddelten.. und paddelten…und paddelten…Man gibt sich dann irgendwann auch mit kleineren Zielen zufrieden, wenn die Muskeln gegen den stetigen Wind und die tanzenden Wellen einfach nicht mehr mitmachen.

Dann ist es halt nur der schöne Strand mit ein wenig Treibholz und anderen Kajakfahrern und nicht der mit noch mehr anderen Kajakfahrern und vielleicht den Pinguinen (die sind hier oft ein „no show“). Delfine zur Unterhaltung gab es dann auch leider nicht. Jedenfalls haben wir dann nach eine kurzen Pause an dem wirklich tollen Strand die Kajaks wieder ins Wasser geschoben, uns dabei noch ordentlich Wasser aus der Brandung ins Boot geschaufelt und sind mit Rückenwind und hohen Wellen wieder zur Marina zurück. Was wir jetzt ganz sicher wissen: Kajaken auf dem Meer ist nicht sooo unser Ding, egal wie schön dort alles aussieht, man unterschätzt die Situation leicht und überschätzt seine Kraft, was am Ende zu einem eher ausgelaugten und schlecht gelaunten Ausgang führen kann, der aber über die lange Rückfahrt wieder in Vergessenheit gerät. Vielleicht denken wir morgen schon, dass es doch eine super Idee wäre, endlich nochmal Kajak zu fahren. Wer weiss?

Auch in Nelson liegen wir wieder in der Nähe des Flughafens. Hier fliegen aber nur Propeller-Maschinen und auch nicht viele, es ist entspannt und gehört irgendwie zu der ganzen Urlaubsstimmung hier dazu. Die Kiwis sind selbst noch mitten im Urlaub und Nelson ist packevoll. Die Stadt selbst erschließt sich uns nicht so wirklich, sie ist unheimlich langezogen, viele Stadteile, viel Industrie, das meiste eher flach, aber auch hier natürlich viel Hügel drum herum. Aber mit dem langen Strand, den schönen Hügeln und dem vielen Obst-, Wein- und Hopfenanbau ist es hier insgesamt sehr ländlich entspannt und wirkt irgendwie sehr südländisch, also für uns Deutsche so wie Richtung Spanien, Italien.

Auch wenn wir hier nicht viele Spinnen sehen, ihre Arbeit sieht man überall. Es gib unglaublich viele Spinnennetze an Autos und Häusern, niemand macht sich die Mühe, sie wegzumachen.

Aber Nelson ist nun rum und wir ziehen weiter, zurück auf die Nordinsel. Mit einem letzten Gewaltakt starten wir die 10stündige Tour inkl. Fähre Richtung New Plymouth, unserem vorletzten Stopp, bevor wir uns vorläufig für ein paar Monate in Hamilton niederlassen.

Letzte Strandbilder aus Nelson

Have a good one!